Archiv des Autors: riviera-retten.de

Das Funkhaus Grünau muß gerettet werden!

Leider häufen sich die Ereignisse im Ort, bei denen Denkmale vernachlässigt und am Ende zerstört werden. Das hervorragende Beispiel der Architektur der Moderne, das Funkhaus Grünau, ist in Gefahr (Denkmalliste Berlin: 09045637). Seit nun schon 12 Jahren lässt der Eigentümer es zerfallen und die Untere Denkmalpflege Treptow-Köpenick schaut zu. Vom Baustadtrat Hr. Hölmer, SPD, ist immer nur zu hören, man würde sich kümmern. Aber vor Ort passiert nichts.

Bei einer Begehung vor Ort wurde jetzt sogar Wasser im Ölheizungskeller im Trinkwasserschutzgebiet festgestellt. Es passiert weiter nichts.

Plakat des Ortsvereins Grünau e.V. und Zukunft in Grünau e.V.

Das Plakat hing einen Tag, dann wurde es vom Funkhausbesitzer auf fremden Grund und Boden entwendet. Inzwischen hängt es wieder.

Dafür hat der Eigentümer seine Anwälte losgeschickt, dass er nicht als Eigentümer auf dem Plakat genannt werden möchte. Aber immerhin die Telefonnummer ist die gleiche, wie zuvor.

Eigentümer aus Hamburg jetzt EHP GmbH, Tel. 040-44 55 98

historische Postkarte des Funkhaus Grünau, als Bootshaus der Danat-Bank, später Dresdener Bank 1929–1930 von Otto Zbrzezny gebaut

Stand 18.02.2020 – Was 30 Jahre Verfall nicht geschafft haben, schaffen die Terragon und die Bauverwaltung mühelos

So viel ist aktuell noch von den Denkmälern übrig. Getreu der Devise erst einmal abreißen und dann ein paar historische Zitate wieder anbauen. Vom Denkmal ist kaum noch etwas übrig. Hauptsache man kann als Gegenleistung möglichst viel Betonburgen bauen und das Ufer privatisieren.

Gesellschaftshaus – vorhandene Saaldecke incl. Stuck entfernt, Balkone komplett abgerissen, es stehen nur noch die Außenmauern

Es wird tatsächlich nichts außer den Außenmauern der Gebäude erhalten.

Gesellschaftshaus

– nur Außenmauern bleiben stehen
– selbst im gut erhaltenen Saal Gesellschaftshaus wurde die Decke incl. allem Stuck abgerissen, Bühnenhaus etc. auch
– Anbau ist nach Brand bis zum 1.OG abgerissen worden, jetzt sind zusätzlich alle Fußböden bis zum EG entfernt worden,
– die jetzt am Anbau angebrachte Sicherung(wie am Gesellschaftshaus-Saal) hätte auch die Außenmauern nach dem Brand sichern können
– die Veranda ist komplett entfernt und wird offensichtlich neu errichtet und am Ende werden die Säulen wieder angebaut
Zusammengefasst: Außer den Außenwänden ist kein Bestand erhalten, auch erhaltene Bausubstanz wurde nicht gesichert und keine Details erhalten

Gesellschaftshaus – Bühnenhaus, Dach und Saaldecke zerstört

Riviera-Saal, alle Pracht zerstört. Alle Anbauten abgerissen, Saaldecke und Fußboden komplett entfernt

Riviera:
– Außenmauern und Dach bleiben,
– Decke im Inneren ist entfernt,
– Fußboden wird ausgebaggert
– alle Nebengebäude sind abgerissen
Zusammengefasst: Außer den Außenwänden ist kein Originalbestand mehr vorhanden, alle Details sind entfernt und vernichtet

weitere Vernichtung der Denkmalsubstanz

Aktuell werden die Balkone komplett abgerissen und die Säulen als einziges geborgen. Die Balkone werden dann vermutlich komplett neu errichtet und die Säulen als historisches Detail angebaut. Eine Ansicht von Denkmalrettung, die man nicht mehr oft trifft. Aber wahrscheinlich wird auch diese Denkmalvernichtung im Bezirk Berlin Treptow-Köpenick mit voller Denkmalabschreibung belohnt.

Abriß der Balkone

Abriß der Balkone

Abriß der Balkone in der Gesamtansicht

Abriß der Balkone in der Gesamtansicht

nach Akteneinsicht: Abriß wurde durchgeführt, Sicherung nicht

Nach Einsicht der Akten zum (Teil-)Abriß des Flügels des Gesellschaftshauses stellen wir fest:

1. Es wurde wesentlich mehr abgerissen als erlaubt war. Entgegen der Pressemitteilung des Bezirksamtes wurde auch auf der Gartenseite mehr abgerissen als erlaubt. Diese Maßnahme wurde vom Bezirk im Nachhinein genehmigt und ohne Bußgeld oder Strafe akzeptiert.

2. Die statischen Maßnahmen zur Sicherung des Gebäudes wurden nicht durchgeführt. Der Statiker des Bauherren hatte abstützende Maßnahmen für die Wände gefordert. Diese wurden nicht durchgeführt, es wurden teilweise beim weitergehenden Abriß sogar statisch wichtige Bauteile mit entfernt. Dieser Umstand wurde vom Bezirk nicht beanstandet. Die Arbeiter arbeiteten somit ca. 8 Wochen unter nicht gesicherten Bauteilen.

Ganz offensichtlich gelten allgemeine Gesetze für den Bauherren nicht. Der Mitarbeitermangel lässt es offensichtlich nur zu, dass Ausnahmen für den Bauherren geschrieben werden, die Umsetzung wird jedoch nicht kontrolliert.

P.S. Nach ca. 8 Wochen erfolgte eine Sicherung der Wände. allerdings nicht mit der im Abrißantrag beschriebenen Konstruktion.